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Selbstpflege
So pflege ich mich selbst
Die Pflege eines anderen Menschen ist eine Aufgabe, die sich zwischen den Polen, Freude, Erfüllung, Bestätigung und der Überforderung, Ohnmacht, Hoffnungslosigkeit und Frustration bewegt. Die Entscheidung, einen Angehörigen zu versorgen, sollte sorgfältig überlegt und geplant werden. Man muß sich gut daraufhin prüfen, ob nicht eigene, hohe Ansprüche an sich selbst, oder Ansprüche von Seiten der Nachbarn oder der Gesellschaft diese Entscheidung maßgeblich mit beeinflussen. Die Unterstützung eines Pflegebedürftigen ist nicht vereinbar mit Selbstaufoferung und Verleugnung der eigenen Wünsche und Bedürfnisse. Um wirklich gut pflegen zu können, müssen Sie sich selbst gut pflegen. Es ist wichtig sich selbst genügend Hilfe zuzugestehen, angebotene Unterstützung anzunehmen und gegebenenfalls einzufordern. Geben und nehmen müssen sich die Waage halten. Motivation kommt nicht per Zufall, sondern muß immer wieder neu erarbeitet werden. Viele Probleme werden erst im Verlauf der Pflege auf Sie zukommen, das wichtigste ist dann, daß Sie genügend Energie haben, um Ihre ureigenste Kreativität einzusetzen. Die Betreuung eines Menschen erfordert unter anderem Organisationstalent und Optimismus. Die folgenden Denkanstöße sollen Ihnen helfen, die Pflege Ihres Angehörigen als einen Teil Ihres Lebens anzunehmen, dabei aber Ihre eigene Person nicht zu vergessen.
Glaube ich, unersetzbar zu sein
Gebe ich anderen die Gelegenheit, ihr Hilfsangebot in die Tat umzusetzen, oder glaube ich, unersetzbar zu sein?
Nehmen Sie Hilfe an! Führen Sie einen Terminkalender, in dem Sie Hilfsangebote mit genauem Datum, der Dauer, dem Namen und der Telefonnummer notieren und im Bedarfsfall abrufen können. Wenn Sie keine Fahrgelegenheit haben, führen Sie Adressenlisten mit Ansprechpartnern, die Sie bereitwillig fahren werden. Legen Sie sich eine Liste mit den wichtigsten Kontaktnummern der öffentlichen Einrichtungen, Ämtern und medizinischen Einrichtungen u.ä. an. Nutzen Sie professionelle Unterstützung z.B. durch ambulanten Pflegedienst, Physiotherapeuten, Familienpflege, Reinigungsdienst u.a. Hilfe anzunehmen, ist genauso wichtig, wie Hilfe zu gewähren
Sorge ich für meine eigene Gesundheit
Ernähren Sie sich gesund und abwechselungsreich. Trinken Sie etwa 1,5 bis 2 Liter täglich, davon möglichst keinen oder wenig Alkohol und nur mäßige Mengen an koffeinhaltigen Getränken. Vielleicht besuchen Sie einen Kochkurs für Vollwerternährung. Schlafen Sie ausreichend. Sorgen Sie für eine ungestörte Nachtruhe, Wenn der Pflegebedürftige auch eine nächtliche Betreuung benötigt, wechseln Sie sich mit anderen Angehörigen ab. Bewegen Sie sich mindestens einmal pro Woche außerhalb Ihres alltäglichen Bewegungsablaufs. Erweitern Sie Ihre Bewegungsmöglichkeiten, z.B. durch den Besuch einer "Rückenschule" bei Ihrer Krankenkasse oder lassen sich durch das umfangreiche Angebot der Volkshochschule locken. Das, was Sie für sich tun, sollte Spaß machen! Für Ihren eigenen Körper und dessen Wohlbefinden sind Sie alleine verantwortlich. Erweitern Sie Ihr Wissen über Gesundheitsprobleme durch Lektüre von fachbezogenen Büchern, Kontakt mit einschlägigien Selbsthilfegruppen oder Vorträgen, Workshops u.ä. - Wissen läßt Sie zum Partner von Gesundheitsberatern, Ärzten oder professionellen Pflegepersonen werden.


